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Bill und Ellen Moore, beide um die Vierzig, leben seit einigen Jahren völlig zurückgezogen in ihrer Dubliner Wohnung und vermeiden den Kontakt zu anderen Menschen, so weit ihnen das nur möglich ist. Die Vorhänge sind permanent zugezogen, es kommt niemand mehr zu Besuch, und über das, was draußen in der Welt vor sich geht, informieren sich die beiden nur über Zeitung und Fernseher. Selbst der Gang zum Supermarkt wird zum Ritual der Abschottung, zur grotesken Verkleidungsaktion. Kurzum: Die Moores leben in beklemmender Eingeschlossenheit, fürchten sich vor der Außenwelt, und es will zunächst nicht einleuchten, was der Grund dafür sein könnte.
Eines Tages klopft Emmet Lawlor, ein junger Journalist, an die Tür. Er möchte einen Artikel schreiben über Menschen, die schuldlos in ein Verbrechen involviert wurden. Und nun erfahren wir, was der Grund für die extreme Zurückgezogenheit der Moores ist: Ihr Sohn hat eine junge Frau vergewaltigt und sie auf bestialische Art und Weise umgebracht. Jetzt sitzt er seine lebenslängliche Haftstrafe ab. Von den Nachbarn, den Kindern in der Straße, von ihrer ganzen Umgebung werden die Eltern geächtet und beschimpft. Dies hat sie in eine Situation gebracht, die mit Leben nicht mehr viel gemein hat. Nur ihrem Sohn zu Liebe halten sie durch. Lawlor steht den Moores offen und mitfühlend gegenüber, dennoch scheint er sich zusehends unwohler zu fühlen. Schließlich verlässt er überstürzt das Haus.
Einige Zeit später kommt der Journalist erneut vorbei, und der Grund für sein Unbehagen wird klar: Er war mit der Frau liiert, die der junge Moore ermordet hat. Dennoch hegt er keinen Groll gegen die Eltern, im Gegenteil. Er macht sich selbst Vorwürfe, weil er seine Freundin zwei Wochen vor der Tat verlassen hatte, und diese Mischung aus Schuldgefühlen und Trauer verbindet ihn mit den Moores. Er hört ihnen voller Interesse und Sympathie zu und sammelt weiteres Material für seinen Artikel.
Als dieser schließlich erscheint, stellen die Moores fest, dass er ihre Lage sehr einfühlsam wiedergibt, ihr Ausharren begreift als eine Art Buße, die sie stellvertretend tun für das Böse in der Welt. Zuletzt stellt sich für die Moores ein unverhofftes, ein wunderbares Ende ein …

Autor

Joe O'Byrne

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