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Walther Rathenau, 1867 in Berlin geboren und dort als Reichsaußenminister der Weimarer Republik am 22.6.1922 wegen seiner jüdischen Herkunft von jugendlichen Prä-Nazis ermordet, war einer der mächtigsten, reichsten, bekanntesten Männer des frühen 20. Jahrhunderts, vielseitig begabt und multipositioniert: Bankier, Ingenieur, Konzernherr (Direktor der AEG, eines der ersten und größten Elektrokonzerne der Welt), Organisator der Kriegswirtschaft, die es Deutschland ermöglichte, den Ersten Weltkrieg zu führen, zugleich Schriftsteller mit millionenhafter Verbreitung, Moralist, Kritiker seiner Zeit und Visionär einer neuen Epoche, später Politiker in zwei Ministerämtern für die erste deutsche Demokratie, darüber hinaus ein Künstlerfreund, bekannt mit den namhaftesten Zeitgenossen.
Hinter diesem Glanz einer "Megaperson" lag viel Elend. Rathenau war widersprüchlich, zerrissen, germanophil und antisemitisch, umstritten sein Bild in der Öffentlichkeit. Er wurde gehasst wie kaum eine andere Persönlichkeit seiner Zeit, verschätzt und verkannt gleichermaßen. Er war rätselhaft, seltsam schön, einsam narzisstisch, nie bezogen, nie begehrend, liebesflüchtig.
Eine solche Person war schon zu Lebzeiten für viele Autoren anziehend. Rathenau diente Musil im "Mann ohne Eigenschaften" als Vorlage für Dr. Paul Arnheim, der sich "wie ein riesiger Aussichtsberg emporhob". Rathenau wurde von Liebermann, Munch und Orlik porträtiert. Er inspirierte Hauptmann, Sternheim, Wedekind und Unruh zu Gestalten in ihren Dramen.

Autor

George Dreyfus

(Es liegen keine biografischen Angaben zu dieser Autorin/diesem Autor vor. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per E-Mail an den Verlag - wir geben Ihnen gerne Auskunft.)

Koautor

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