Inhalt

$Hans Kantereit übersetzt Molière ins Zeitgenössische, ohne ihn "zeitgemäß" zu deformieren. Was Molière lieb und teuer war, nämlich in hoher Sprache komödiantisch auf die Pauke zu hauen, wird beibehalten: die Hohe Rede bei niederer Gesinnung, filigrane Ränke plus derber Scherz - Kantereit schöpft aus Molières Vollem, nur mit einem Unterschied: Die Zensur ist abgeschafft. Die Grenze zwischen "Alt" und "Neu" fällt; beides wächst zusammen. Diese Übersetzungen sind die Wiedervereinigung von Klassik und Moderne, nur ohne Verlierer oder Soli-Zuschlag. Und so erleben wir zum Beispiel einen Don Juan, der sich innerhalb der gebotenen Etikette wie eine Pottsau aufführt und die Damenwelt unter den Tisch bzw. ins Bett redet, widerstrebend assistiert von seinem Diener Sganarell, in dessen Herzen Rebellion gegen Sachdienlichkeit ankämpft, und bei den umworbenen, betrogenen Frauen handelt es sich auch nicht gerade um wehrlose Mäuschen. Don Juans Philosophien über "das System" sind einleuchtender als je zuvor und Don Juans Ende schließlich ist der Zusammenbruch eines Menschen, der sich an der Gefühls-Börse verspekuliert hat; moralischer Bankrott wegen Fehlmanagments zu vieler Affairen …
Für die Zusammenführung von literarischem Gespür und satirischem Haudrauf ist Hans Kantereit durch seine langjährige Arbeit bei Deutschlands Satireblättern "Titanic" und "Kowalski" prädestiniert. Molière hätte seinen Spaß gehabt.

Zu diesem Stück gibt es eine PDF-Datei
Bitte loggen Sie sich hier ein um die Datei herunterzuladen

Autor

Molière

(Es liegen keine biografischen Angaben zu dieser Autorin/diesem Autor vor. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per E-Mail an den Verlag - wir geben Ihnen gerne Auskunft.)