Inhalt

Moritz lebt mit seinen älteren Nachbarn Margot und Heinz in einem heruntergekommenen Berliner Hinterhaus. Der Geruch sozialer Deklassierung liegt schwer in der Luft, Licht dringt nur dünn und blaß hinab in den Hof. Bald zieht auch die von ihrem Chef frisch geschwängerte Agnes, Moritz’ Verflossene, in das baufällige Gebäude. Zwischen den Ansprüchen von gestern und den knappen Realitäten von heute reibt man sich auf. Das ändert sich, als der Sozialarbeiter Stempel Einzug hält in das verwahrloste Biotop. Vater Staat will sich kümmern, aber – wen wundert’s – das macht alles nur noch schlimmer. Heinz soll ins Seniorenheim abgeschoben werden. Agnes’ Bauch wird zum Belang der Behörden. Geeint durch den gemeinsamen Feind findet die Hausgemeinschaft zu bisher ungekannter Solidarität. Stempel droht mit Zwangsräumung. Doch die »Asozialen« werden sich ihrer eigenen Stärke bewußt und inszenieren den fröhlichen Aufstand – ohne und gegen den Staat. Thomas Melle hat eine erfrischende Farce über die großstädtische Hinterhof-Existenz vier verlorener Gestalten verfaßt. »Man hat nicht mehr viel und wuchert mit den Resten«, sagt Moritz, und tatsächlich verwaltet man nur noch den offensichtlichen Mangel. Melles Sprache ist kunstvoll, seine Bilder inspirierend und stark. Man erkennt deutlich die Umrisse eines Milieus, dessen Sprache Melle klugerweise nicht übernimmt. Vielmehr klärt sich – jenseits dokumentarischer Originaltöne – die Sicht auf die Dinge, die unter der Oberfläche liegen. Ein Sozialdrama ist LICHT FREI HAUS nicht; dafür ist Thomas Melles Art und Weise, Theater zu schreiben, zu humorvoll und wohl auch zu durchgeknallt: »Hilf mir fester!« ruft Margot laut, wenn Heinz ihr beim lustvollen Exorzieren zur Hand gehen muß. Am Ende bricht sich die Angst vor der Vertreibung Bahn in einer Travestie-Revolte. »Thomas Melle ist ein Autor, von dem man noch einiges wird erwarten dürfen. Sprachlich hochambitioniert, ist Melle gerade in seinen stilistischen Überdrehtheiten ein spannender Manierist.« (SZ)

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Autor

Thomas Melle

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