Inhalt

Wales, ein einsamer Bauernhof, Schafe, eine Familie. Das Überleben ist hart genug, nicht nur der trüben Landwirtschaft wegen. Auch, weil die Abgründe tiefer werden, je näher sich die Menschen sind. Vater Gwylim ist im Fluß ertrunken, vielleicht absichtsvoll. Seither versuchen seine Frau Vi und die Söhne Dai und Rhys mehr schlecht als recht, sich über Wasser zu halten. Dais Freundin Bethan, eine Krankenschwester, ist Rhys manchmal näher, als sie sein sollte. Nun ist Dai im Irak, für Rhys, den der Münzwurf eigentlich von beiden Brüdern dazu bestimmt hatte. Wie ein Brennglas verschärft dieser Krieg die Konturen der Beziehungen zwischen den Zurückgebliebenen und legt die Nerven des einzelnen schmerzvoll frei. Als Dai tatsächlich zurückkehrt, ist er geistig wie körperlich nur noch ein schrecklicher Rest von sich selbst. Ein Selbstmordattentat hat zwei seiner Kameraden getötet und ihn schwer verletzt. Und allen Willensbekundungen zum Trotz schafft es niemand, den eigenen Horror, die Fassungslosigkeit und auch den Ekel zu überwinden. Dai sitzt wie ein Untoter in seinem Rollstuhl, so fern, als könnte man dem Schicksal noch davonlaufen, wenn man ihm nur nicht zu nahe kommt. Beinahe ohnmächtig versucht die Familie, normal weiterzumachen. Bethan heiratet Dai, nur um ganz bald vor dem Schrecken dieser Realität zu Rhys zu flüchten. Der aber läßt die einst Begehrte aus Mitleid mit dem Bruder im Regen stehen. Dai stirbt, der Hof muß verkauft werden. Am Ende hat das Leben nur versprengte Teile hinterlassen von dieser Familie, wie die Bomben nur Teile hinterlassen von den Körpern der Opfer.

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Autor

Jonathan Lichtenstein

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