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Wer hat ihn nicht schon mal verspürt, den unbedingten Wunsch, sie zu würgen, sie anzuschreien, sie zu demütigen und zu entlarven: die Theaterkritiker …?! Charles Marowitz belässt es nicht bei dem Wunsch, er schreitet zur Tat.
Ein "verschollenes" Theater ist wiederentdeckt worden und ist offenbar auch für das Fernsehen von Interesse, da dort der Lincoln-Mörder Booth gespielt haben soll. Der Theaterkritiker und Theatergott F. F. Charnick wird zum Dreh in dem alten Gemäuer eingeladen und trifft bei seinem Erscheinen auf eine junge Produktionsassistentin. Der gelangweilte, zynische und auch frivole Rezensent tauscht sich eine Weile mit der jungen Frau über das Projekt und "das Geschäft" im allgemeinen aus, macht eindeutig zweideutige Andeutungen und verliert zuletzt das Bewusstsein, weil sein Drink offenbar Betäubungsmittel enthielt. Als er aufwacht, findet er sich an einen Thron gefesselt und mitten in einer Macbeth-Szene wieder. Bald bleiben ihm seine bösen Sottisen und süffisanten Gemeinheiten über Theater und Theaterleute im Halse stecken, als die ältliche Schauspielerin Mitzi Crenshaw in einem theatralischen Feuerwerk ihren Rachefeldzug gegen ihn beginnt. Die Rolle der jungen Produktionsassistentin war da nur der Anfang. Mitzi macht ihrer Ohnmacht und Wut über Jahrzehnte härtester und vernichtender Kritik Luft und tut, was sie ihr Leben lang getan hat: sie spielt Theater. Alle ihre Glanzrollen - nicht nur Lady Macbeth! Das gibt ein ungeheuer witziges und spannendes Auf und Ab, in dem der arme Charnick mal winselnd um Vergebung bittet, mal in sein großsprecherisches Kritikergeschwätz verfällt und nicht nur einmal der Illusion erliegt und Mitzis Theaterspiel für bare Münze nimmt. Doch eines wird uns schnell klar: Mitzi will den "Inquisitor" töten! Der Mord wird nur um Haaresbreite von Mitzis Mann verhindert, der mit von der Partie ist bei der Achterbahnfahrt zwischen Fiktion und Wirklichkeit und der Erörterung der Frage: Ist Charnicks Lebensberechtigung abgelaufen? Was das Schönste ist: Alle kriegen ihr Fett weg, Kritiker und Theaterleute. Das Ganze findet ein überraschendes Ende …

Autor

Charles Marowitz

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