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Deutschland, 1932. Eine junge Frau wird mit ihrem ersten Roman quasi über Nacht berühmt, es folgt ein zweiter Bestseller, Übersetzungen in diverse Sprachen, Verfilmung: Irmgard Keun ist ein Shooting Star der späten Weimarer Republik, eine Popliteratin der Neuen Sachlichkeit.
Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten sind ihre starken Frauenfiguren, ihr Spott über die Männerwelt, ihre Kritik am Nationalismus nicht erwünscht. Keun bekommt Schreibverbot und geht ins Exil.
Eine Zeit lang lebt, schreibt und trinkt sie mit Joseph Roth und kehrt dann mit falschem Pass nach Deutschland zurück.
Nach dem Krieg arbeitet sie sich weiter satirisch an den Deutschen ab, die angeblich von KZs und Kriegsverbrechen nichts mitbekommen haben, doch das will kaum jemand lesen. Sie bekommt eine Tochter, deren Geburt sie stolz ohne Angabe eines Kindsvaters in der Zeitung verkündet - in der Adenauerzeit eine beispiellose Aktion.

Im Stück von Nemitz/Hübner treffen wir Ende der 70er Jahre die alte Irmgard Keun, die sechs Jahre in der Psychiatrie verbracht hat und die nun wiederentdeckt wird. Ein Dokumentarfilm soll gedreht werden, Keun kommt ans Set - und hat trotz Armut, Alkoholismus und Klinikaufenthalt nichts von ihrem schnellen Witz, ihrer Brillanz und Beobachtungsgabe verloren.
Hier möchte eine mitreden darüber, wie sie und ihr Werk gesehen werden, hier spielt jemand mit der Wahrheit über die eigene Biographie und kann gleichzeitig nochmal in die eigene Vergangenheit schauen - oder in das, was die anderen dafür halten.

Autor

Lutz Hübner

Lutz Hübner wurde 1964 in Heilbronn geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie in Münster begann er 1986 seine Ausbildung zum Schauspieler an der Hochschule des Saarlandes ...

Autor

Sarah Nemitz

Sarah Nemitz lebt und schreibt in Berlin.

Sie wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in Köln auf. Dort studierte sie Tanz am Institut für Bühnentanz, anschließend Germanistik, ...