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Der erste Theatervorhang, der im Staatstheater Cottbus hing, wurde von dem angesehenen Cottbuser Tuchfabri­kanten Max Grünebaum gestiftet. In der ganzen Stadt finden sich die Spuren der einst florierenden Tuch- und Seidenfabrikation, denn Cottbus war früher einmal der Produktionsort für schöne Stoffe.

Im 17. Jahrhundert siedelten sich hier, aus dem katholi­schen Frankreich ins entvölkerte Brandenburg geflohen, u.a. die Hugenotten an. Diese „Refugies“ waren ge­schickte Handwerker und brachten ihre Kunstfertigkeiten in der Seidenproduktion mit. Kostbare Stoffe wollten produziert, dafür seidene Fäden gesponnen und hungrige Seidenraupen gefüttert werden. Um den Hunger der Seidenraupen zu stillen und die lokale Wirtschaft zu stärken, pflanzte Friedrich II. in der ganzen Region Maulbeerbäume. Rund 2.000 waren es damals, einige deuten noch heute auf den Glanz der ehemaligen Sei­denproduktionsstätte hin.

Jungregisseur Rafael Ossami Saidy inszeniert FEINSTOFF des Dresdner Autoren Lars Werner, Mitbegründer des Berliner Ringtheaters und Kleist-Förderpreisträger 2018 für sein Stück „Weißer Raum“. In seiner Auftragsarbeit für das Staatstheater Cottbus entwirft Werner ein für das Streben nach Weltrang metaphorisches Bild.

Autor

Lars Werner

Lars Werner wurde 1988 in Dresden geboren. Von 2010 - 2016 studierte er Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, 2012-2013 sculpture am Camberwell College in London. Von 2009 - 2013 war er ...