Inhalt

Ein Mann erblindet ohne erklärbaren Grund, ganz plötzlich, von einem Augenblick auf den anderen. Innerhalb kürzester Zeit greift diese Blindheit wie eine Seuche um sich; immer mehr Menschen verlieren ihr Augenlicht. Durch eine drastische Maßnahme versucht die Regierung Herr der Lage zu werden: In einem von Soldaten bewachten Sanatorium werden die Erkankten vom Rest der Gesellschaft abgeschottet. Auf sich alleine gestellt, versuchen die Blinden ihren Alltag zu meistern, doch bereits nach kurzer Zeit reißt eine kleine Gruppe von Männern die Kontrolle über die Nahrungsverteilung an sich und errichtet eine Schreckensherrschaft. Inmitten dieses grausamen Wahnsinns befindet sich auch ein Augenarzt mit seiner Frau: Sie kann als Einzige noch sehen. Wie gut verankert ist unsere Demokratie im Schatten einer Katastrophe? Welchen Verhaltensmustern folgen wir, wenn uns die Angst antreibt? Und vor allem: Wie verhalten wir uns als Gesellschaft, wenn bestehende Normen nicht mehr gelten? Der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger José Saramago setzte sich in seinem Roman Die Stadt der Blinden, der bereits 1995 erschienen ist, äußerst realistisch mit den Auswirkungen und Folgen einer plötzlichen Epidemie auseinander. Darüber hinaus gewährt er uns auch einen Einblick in seinen philosophischen Kosmos zum Thema Menschlichkeit.

Autor

Thomas Jonigk

Thomas Jonigk (Foto: T+T Fotografie) wurde 1966 in Eckernförde geboren. Er studierte Mediävistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Freien ...