Inhalt

Die Beziehung Hans Schniers zu seiner Freundin Marie ist Vergangenheit. Doch er kann sie nicht loslassen. Immer und immer wieder wird er von alptraumhaften Bildern und Figuren seines früheren Lebens heimgesucht. Es wütet in ihm und er wütet mit. Aus der inneren Emigration heraus verteidigt er seine Wertmaßstäbe gegen die bundesdeutsche Restaurationsgesellschaft. Vehement selbstgerecht, wo er Gerechtigkeit fordert. In zwanghaft wiederkehrenden Erinnerungen arbeitet er sich an der Bigotterie katholischer Funktionäre und Bibelkreis-Laien, der Berechenbarkeit der Kulturbranche oder dem einträglichen Opportunismus der großbürgerlichen Eltern ab. Vor allem seine Mutter, die noch in den letzten Kriegstagen ihre halbwüchsige Tochter „dem Führer opferte“, verkörpert für ihn die kalte und verlogene Nachkriegsgesellschaft. Die Widersprüche im eigenen Handeln vermag Schnier dagegen nicht zu sehen. Noch gelingt es ihm, dem selbsternannten Nonkonformisten, der von ihm kritisierten Gesellschaft eine lebbare Alternative entgegenzusetzen.

Autor

Thomas Jonigk

Thomas Jonigk (Foto: T+T Fotografie) wurde 1966 in Eckernförde geboren. Er studierte Mediävistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Freien ...