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Seit Jahren arbeiten Rocky und Pilezki tief unter der Erde im Lagerraum einer Grossbank. Kein wirklich schöner Ort. Für Rocky und Pilezki, zwei Typen die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist er jedoch nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch der Raum, in dem sich ihre Freundschaft entwickelt hat. Hier träumen beide von einem besseren Leben, von fernen Welten, von Sonne.

Doch die Bank muss Stellen streichen, unter anderem die der beiden Lagerarbeiter. Der cholerische Rocky sinnt nach Rache. Mit Hilfe von Leonie, Rockys Freundin, zwingen sie den für ihre Entlassung zuständigen Direktor Dr. Frölich an ihrer Abschiedsfeier teilzunehmen, in deren Verlauf sich der Lagerraum allmählich in eine Karibikinsel verwandelt. Was harmlos beginnt, steigert sich zu einem bösartigen Spiel, in dem Dr. Frölich schikaniert und bloßgestellt wird. Doch nach und nach verlagern sich die Machtstrukturen. Wer hat hier wen in der Hand, nach wessen Spielregeln wird eigentlich gespielt? Unterdrückte Gefühle brechen durch, Ängste und heimliche Lebenspläne werden offenbar. Da macht Frölich ein überraschendes Angebot – mit verhängnisvollen Folgen.

Montego Bay ist ein Stück über Angst, Macht und den Traum vom persönlichen Glück, der dem Menschen einen Sinn und Halt schenkt, der aber immer wieder gefährdet wird. In wunderbaren Bildern entwirft der Autor ein Kammerspiel, das in Sprache und Form kaum stärker und bissiger sein könnte. Die treffsicheren Dialoge durchschneiden die abgestandene Kellerluft, temporeich entwickeln und wandeln sich die Figuren. Am Ende wird nichts mehr sein, wie es zu Anfang war.

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