Inhalt

Die junge arbeitslose Karen bekommt endlich eine Anstellung, im Altersheim. Dort wird jede Kraft gebraucht. Karens anfänglicher Elan und Enthusiasmus wird ihr im gehetzten und mechanischen Heimalltag bald abtrainiert. Zusammen mit den beiden Oberschwestern ist sie in einer in sich abgeschlossenen Parallelwelt gefangen, in welcher der Frühling nur anzeigt, dass nun besonders viele Menschen sterben. Heraus kommt niemand mehr; die Gardinen bleiben fest geschlossen.
Die Oberschwestern, an der Grenze ihrer Kraft, sind zynisch und grausam geworden, um sich selbst zu schützen. Weder für sie noch für die "Gäste" bleibt auch nur ein Quäntchen an Intimsphäre und Menschenwürde. Kaum ist ein Alter tot, das Bett noch warm, kommt schon Nachschub. Sie liegen im Flur, in den Gängen, in den Abstellkammern. Nach und nach zerfällt das Heim; die Überfüllung steigt, die Ressourcen sinken. Die Schwestern können sich nicht mehr reinwaschen von ihrem Ekel. Sie befinden sich in einem hoffnungslosen Horrorszenario, in dem sie die alten Menschen zu fürchten beginnen.
Schließlich ist die älteste Oberschwester selbst an der Reihe: sie wird in den hausinternen, ausgewaschenen Heimkittel gesteckt. Personal und Alte sind eins geworden.
"Die unsichtbare Stadt" zeigt mit unheimlicher Atmosphäre und bitterbösen Humor das Elend und die Absurdität des Heimalltags, für alle Beteiligten. Diese von der Gesellschaft vergessene Welt - ein Warteraum des Todes-, mit ihren Kämpfern und Opfern, betrifft alle, die alt werden.
Ein furchterregendes, nachdenklich machendes und tief menschliches Stück, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

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