Inhalt

Kaum ein Tagtraum dürfte häufiger (und heimlicher) durch die Köpfe der Hellwachen wandern als jener von der Inszenierung des eigenen Verschwindens. Dabei stellen sich komplizierte Fragen: Wie könnte es gelingen, ganz und gar spurlos die gewohnten Lebensumstände zu verlassen und sich weitab vom Erprobten eine neue Existenz zu erfinden? Wie umständlich wäre ein solches Vorhaben? Und hielte man es aus, den verlassenen Menschen und Umgebungen auf Dauer fernzubleiben? Die Figuren in Christoph Marthalers Stück stellen sich einander als konsequent Abgetauchte und Erleichterte des Neubeuginns vor – irgendetwas scheint faul an der Sache. Nicht zuletzt, weil die einzige Dame im Kreis der Abhandengekommenen Isolde heißt, als ihren letzten Aufenthaltsort eine Burg namens Kareol angibt, und folgende, rätselhafte Sätze mehr singt als spricht: „Soll ich schlürfen, untertauchen? Süß in Düften mich verhauchen?“

Autor

Christoph Marthaler

Christoph Marthaler wurde 1951 in Erlenbach bei Zürich geboren. Er absolvierte ein Musikstudium und eine Ausbildung zum Pantomimen in Zürich ...