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Georgi Apollonowitsch Gapon war einer der schillerndsten gescheiterten Revolutionäre, deren die Schweiz ja viele beherbergte. Der St. Petersburger russisch-orthodoxe Geistliche und späterer Anführer eines Arbeiteraufstandes, welcher im „Blutigen Sonntag“ von 1905 eskalierte, floh nach dem gescheiterten Marsch auf den Winterpalast des Zaren quer durch Europa in die Schweiz. Als wäre der Brückenschlag von Kirche zu Kommunismus nicht weit genug, war er zudem für die Zaristische Geheimpolizei Ochrana tätig. Diese biographische Vieldeutigkeit kostete den historischen Gapon nach seiner Rückkehr nach Russland das Leben – den Autor Lukas Linder inspiriert sie zu einer hanebüchenen Spekulation in der Endlosschleife. Sein Text bringt die historische Figur, Schrödingers Katze gleich, in einen Überlagerungszustand aus „lebendig“ und „tot“ und verdammt ihn so zum ewigen Aufenthalt in der Limmatstadt: Oh, dieser verdammte Lindenblütentee!

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Autor

Lukas Linder

Geboren 1984 in Uhwiesen in der Schweiz
Seit 2004 Studium der Germanistik und der Philosophie an der Universität ...