Inhalt

Ernst Herbeck und August Walla. Wenngleich die beiden Künstler einige medizinische Diagnosen und biographische Stationen teilen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Walla, der als Kind den Tod seiner Großmutter miterlebt und diesen als Zusammenbruch des Universums deutet, beginnt einen Kosmos jenseits der Welt und des Himmels zu imaginieren und zu schaffen - das Weltallendeland -, ein umfassendes, mit Göttern, Symbolen, Emblemen und Sprachen bevölkertes, phantastisches Reich, deren Teil und Gott er ist. Herbeck hingegen schweigt. Seine Disposition ist eine gänzlich andere. Er wird mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, die seine Sprechfähigkeit stark beeinträchtigt. Bei ihm ist es nicht das Trauma, sondern das Stigma, eine von Anbeginn bestehende körperlich-sprachliche Versehrtheit, das ihn prägt.

Das Stück erzählt die Geschichte dieser beiden Menschen. Doch welche Art Geschichte? Eine der Geisteskranken? Eine der gesellschaftlichen Opfer? Eine der Heroen, die gegen die gewalttätige symbolische Ordnung aufbegehren? Eine zweier genialischer Künstler? Weder Herbeck noch Walla wollten jemals Künstler sein.

"Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne" ist ein Theater der Stimmen. Es erzählt zwei Leben, die stumm verlaufen: im Zustand der Isolation. Die Protagonisten schweigen. Sie bleiben im Dunklen jenes Ortes, der ihnen zugewiesen wurde – und damit in der Unvermittelbarkeit. Erzählen können nur jene Stimmen der Vernunft, die sich um ihre Leben ranken, jene, die über sie sprechen.

"Statt spanisch schwedisch lerne ich kolombjanisch, wildwestgöttliches wildwestkolombjanisch pollargalljcjisch, letzteste Fremdsprachen sei ja doch undurchstrichen als Ewigkeitendezigeunerland namenunbekanntes."
(August Walla)

"Das Gebet der Stunde ist gekommen. 'ich' heißt das stumme Wort. Ich sollte zum erschießen gehen und ist in Zukunft unser Hort."
(Ernst Herbeck)

Pressestimmen:

"Ein Abend von großer Tragweite." - Vorarlberger Nachrichten, 13.12.2013
"Beglückend! Ein perfekter Theaterabend!" - Kultur - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, 13.12.2013
"Packend, berührend, mit Witz und grüblerischem Nachspiel: ein rares Theaterglück." - Wiener Zeitung, 01.04.2014
"Großes, wirklich großes Theater. Eine Sternstunde am zeitgenössischen österreichischen Theater" - European Cultural News, 3.4.2014
"Toll gemacht. Eine Kakophonie des Grauens" - Die Presse, 01.04.2014
"Eine schonungslose, aber fast zärtliche Begegnung" - Neue, 14.12.2013
"Chapeau! Lang anhaltender Premierenapplaus" - Liechtensteiner Volksblatt, 13.12.2013
"Verstörend, irritierend, auch provozierend, bisweilen verrückt" - APA, 13.12.2013

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Autor

Philipp Weiss

Der 1982 in Wien geborene Autor Philipp Weiss schreibt Prosa und Theaterstücke. Sein Studium von Menschen und Zuständen, Germanistik, Philosophie und Deutsch (als Fremdsprache) führte ihn an die Universitäten in ...