Inhalt

Blasen sind sonderbare Gefäße. Sie machen aus Nichts ein Etwas und schillern dabei. Man läuft ihnen nach mit Kinderaugen.Den Glücksblasen, den Wohlstandsblasen, den Liebesblasen, Kunstblasen, Unterhaltungsblasen, Glaubensblasen und den Blasen der Politik. Hier wird eine plakative Behauptung aufgestellt: Die Blase ist die Metapher schlechthin für den Zustand unserer Gegenwart.

Die Seifenblasenoper ist diese Gegenwart: ein Spektakel, das alles sein will und nichts ist. 

"Der Mensch ist ein Blasenwesen. Nun. In der Fruchtblase wächst er heran. Ja. Kaum dieser entlassen, wähnt er sich eins mit dem Kugelrund des Mutterbusens. Doch! Wird ihm dieser entzogen, sucht er, das geteilte Kugelwesen, seine zweite Blasenhälfte, um in der Liebe die schillerndste, die fragilste, die größte, die dümmste der Blasen zu bilden. Ach! Und wird ihm diese erst einmal, vielleicht auch zweimal, auch dreimal, weiß der Teufel!, hundertmal, jedenfalls aufs Gründlichste verleidet, verfällt er seiner eigensten gekränkten Aufgeblasenheit. Und schließlich stirbt er neben der Plastikblase, nämlich jener seines künstlichen Harnausgangs. Der Mensch kommt, bläht sich, und platzt." (Auszug aus SEIFENBLASENOPER. EINE KRITIK DER RUNDEN VERNUNFT)

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Autor

Philipp Weiss

Der 1982 in Wien geborene Autor Philipp Weiss schreibt Prosa und Theaterstücke. Sein Studium von Menschen und Zuständen, Germanistik, Philosophie und Deutsch (als Fremdsprache) führte ihn an die Universitäten in ...