Inhalt

Hotel Capri, Zimmer Nummer elf. Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert, obwohl Werner von Späth den Raum seit den 1960er Jahren nicht mehr betreten hat. Das billige Doppelbett, das schon damals veraltete Telefon mit Wählscheibe, der schäbige Wandschrank, alles ist noch da, alles hat überlebt, als hätten die letzten fünfzig Jahre nicht stattgefunden. Aber plötzlich steht eine ohne Punkt und Komma redende Frau vor ihm, die behauptet, Zimmer Nummer elf ebenfalls gebucht zu haben. Und die unter keinen Umständen bereit ist, den Raum zu verlassen. Egal, was Werner versucht, er wird sie nicht los. Zu seiner eigenen Überraschung bricht er plötzlich in Tränen aus, gesteht der Unbekannten, dass er seit Wochen nicht mehr geschlafen und massive Herzprobleme hat. Doch egal, was die unverhoffte Mitbewohnerin versucht, sie kann nicht in Erfahrung bringen, was dieser distinguierte, stilvolle ältere Herr in einer solchen Absteige zu suchen hat und warum er mit fortschreitender Zeit immer nervöser wird.

Und plötzlich fliegen Fußbälle durch das Zimmer, das Radio spielt Musik aus einer längst vergangenen Zeit, und Werner sieht Menschen und Vorgänge, die vielleicht auf Nebenwirkungen seiner Medikamente zurückzuführen, vielleicht aber auch real sind …

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Autor

Thomas Jonigk

Thomas Jonigk (Foto: T+T Fotografie) wurde 1966 in Eckernförde geboren. Er studierte Mediävistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Freien ...