Inhalt

Der 58jährige, wohlhabende Antiquitätenhändler Ravier, ein übersättigter Lebensgenießer, liebt die 40 Jahre jüngere, mittellose Christine. Die Tugendhafte weist ihn immer wieder ab. Die ungewohnte Zurückweisung rüttelt den eitlen Kunstsammler auf: er sucht in Christine nicht nur die begehrte Frau, sondern den verstehenden Menschen. In seinem Leiden und Lieben steht ihm seine Vertraute, die 60jährige Androit, eine verbitterte, geistvolle alte Jungfer, zur Seite. Für sie ist Ravier, den sie bemuttert, die einzige Entschädigung für ein ungelebtes Leben. Die beiden beleuchten in feinsinnigen Dialogen die menschliche Psyche, nicht ohne dabei auch ihre eigenen Schwächen zu offenbaren. Raviers Gefühle gegenüber Christine sind mittlerweile von Hass und Traurigkeit, Hoffnung und Verzweiflung geprägt.
Eines Tages scheint Raviers Stunde gekommen: Christine bittet ihn um einen Gefallen, er soll seine Beziehungen spielen lassen, um ihren unschuldig verhafteten Vater zu befreien. Zum Dank dafür will sie sich ihm endlich hingeben. Ravier berauscht sich an der Vorstellung seines Edelmuts, der auf den erzwungenen "Dank" des Mädchens verzichten wird. Doch dieser Großmut schwindet jäh in der Begehrlichkeit des Augenblicks. Leidenschaftlich zieht der Antiquar das Mädchen in seine Arme: "Denn es gibt Frauen, die man umarmt. Und es gibt andere auch. Und mag es noch so 'selbstverständlich' sein, oder meinetwegen auch 'vulgär', dass ich dich hier jetzt doch so nehme, so wie du bist … Aber ist nicht alles, was auf dieser Welt geboren wurde, aus dem Unreinen entstanden?"

Autor

Henry de Montherlant

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