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Poker ist eine gute Metapher für das Leben. Ohne Einsatz beginnt erst gar nichts. Sich in die Karten gucken zu lassen, wird in der Regel nicht empfohlen, und dass man mehr verliert als gewinnt, entspricht dem statistischen Einmaleins.
Dipper gewinnt der Parallele zwischen Leben und Spiel aber auch ganz andere Facetten ab. Seine Figuren, die allesamt Poker spielen, sind ansonsten keine Spielertypen. Sie zeigen keinen hohen Einsatz und spekulieren nicht auf den großen Gewinn. Sie spüren auch keinen Kitzel, zeigen keine spielerische Kreativität. Was bei ihnen reale und Kartenwelt eint, ist allein die Tatsache, dass sie sich jeweils nur anhand festgelegter Muster zu bewegen wissen und dass sie praktisch, zumindest die Männer, immer verlieren.
Ebenso wie das Poker-Spiel, ist auch der Sex für die 5 Protagonisten vor allem funktional, ein stumpfes Artikulationswerkzeug ihrer Sehnsüchte. Frauen wie Männer benutzen ihn, er bleibt ihnen als einziger Maßstab, als einzige Richtgröße im Umgang mit sich selber und den anderen. Dementsprechend groß ist die Rolle leistungssportlicher Körperlichkeit.
Charlie, Francis und Cupid sind Freunde, auch wenn sie selbst es eher so formulieren, dass sie miteinander zocken. Der schnelle Fick, Pornos, Geld und eben Poker sind ihre Lebensinhalte. Die Frauen (Holly und Lilly) ranken und bemühen sich um sie, haben aber letztlich nicht nur beim Poker die besseren Karten, da sie die Hauptobjekte der phallischen Begierde sind.
Charlies Schwester Lilly, die uns in diesem äußerst geschickt gebauten Stück in mehreren Rückblenden begegnet, stirbt einen mysteriösen Tod. Die Indizien verdichten sich, dass Francis und Cupid, die offenbar von Lilly in eindeutiger Situation miteinander ertappt wurden, damit zu tun haben. Francis nimmt sich das Leben, Cupid und Charlie werden sich nie wiedersehen. Nicht einmal der Poker hilft noch.
"… it is rare that you come out of the theatre wanting more rather than wishing that there had been considerably less, and the writing has such a kick, the structure is so slippery and the scenario so twisted and compelling that I found myself leaning further and further forward on my seat. … This is a truly nasty piece of work and I mean that in the nicest possible way. The way that Dipper writes about the male of the species makes Patrick Marber's view of men (and poker) seem positively kind. And it is not just first-timer Dipper who comes up smelling of roses; newcomer Bijan Sheibani's production is skin tight, smart, tense and acted with a wired insouciance that kills you." Lyn Gardner, The Guardian

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Autor

David Dipper

(Es liegen keine biografischen Angaben zu dieser Autorin/diesem Autor vor. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per E-Mail an den Verlag - wir geben Ihnen gerne Auskunft.)