Inhalt

„Der liebe Gott merkt es nicht, da er uns persönlich nicht kennt.“

Martin Salander verliert bei einer Bürgschaft für seinen alten Jugendfreund Wohlwend sein gesamtes Vermögen und geht deshalb aus der Schweiz fort nach Brasilien, um dort sein Glück zu machen. Nach sieben Jahren kehrt er zu seiner Hunger leidenden Frau Marie, seinem Sohn Arnold und seinen beiden Töchtern Netti und Setti zurück. Doch wieder ist sein in Brasilien erwirtschaftetes Geld verloren, denn die Bank, der er das Geld anvertraute, gehört ausgerechnet seinem Freund Wohlwend.
Noch einmal geht Salander ins Ausland und kehrt nach drei Jahren reich zurück. Marie ist misstrauisch, wie er an das viele Geld gekommen ist: Beschäftigt ihr Mann Sklaven auf seinen Kaffeeplantagen? Die Familie Weidelich, die Marie und die Kinder früher noch verhöhnt hatte, sucht jetzt die Nähe der Salanders. Ihre Zwillinge Julius und Isidor sollen die reichen Salandertöchter heiraten. Marie ist entsetzt von den geldgierigen Schwiegersöhnen, kann sich jedoch nicht durchsetzen.
Julius und Isidor gehen in die Politik, um ihr Vermögen noch zu vergrößern, und auch Salander nimmt die Wahl zum Landrat an. Netti und Setti erkennen schließlich, wie „seelenlos“ ihre profithungrigen, Singvögel bratenden Ehemänner sind, die nach kurzer Zeit wegen Korruption und Betrug im Gefängnis landen.
Auch Wohlwend ist wieder aufgetaucht und Salander lässt sich zum Leidwesen seiner Frau ein letztes Mal von ihm einwickeln. Salander verguckt sich in die Schwester von Wohlwends junger Frau, eine bildhübsche, aber wie sich herausstellt schwachsinnige Ungarin. Als Salanders Sohn Arnold aus Brasilien, wo er die Familiengeschäfte überwacht hat, heimkommt, stellt er seinem perplexen Vater die Ungarin als seine Verlobte vor. Wohlwend, der die Salanders zweimal in den Ruin getrieben hat, gehört durch diese Heirat nun praktisch zur Familie.
Martin Salander, der vorgeblich für Heimatland, Demokratie, Gleichheit und Gerechtigkeit kämpft, sieht sich selbst als Gutmensch. In Wahrheit steht er seinem betrügerischen Freund Wohlwend - den er nie anzeigte - im skrupellosen Geschäftemachen in nichts nach. Marie ist zwar kritisch gegenüber ihrem Mann, verschließt jedoch die Augen davor, dass ihr Sohn Arnold, auf den sie so stolz ist, mit genau denselben ausbeuterischen Machenschaften sein Geld vermehrt wie sein Vater.
Die Zwillinge Isidor und Julius dagegen geben offen zu, wie verkommen ihre Moral ist: „Den einzigen Vorwurf, den wir uns machen, ist, erwischt worden zu sein.“ Dieses zynische Geständnis könnte auch von heutigen Managern stammen.

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Autor

Thomas Jonigk

Thomas Jonigk (Foto: T+T Fotografie) wurde 1966 in Eckernförde geboren. Er studierte Mediävistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Freien ...