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Die Gesetzmäßigkeiten des FA Cups sorgen Jahr für Jahr für Begegnungen jenseits des Liga-Alltags. So kommt es, daß dem drittklassigen Club Northbridge Town kein geringerer Gegner als das Millionen-Ensemble des FC Liverpool zugelost wird. Die Stadt steht Kopf und bald parken die ersten Ü-Wagen vor dem Stadion, die das Heimspiel vor ausverkaufter Kulisse live ins nationale Fernsehnetz übertragen werden.
George, verheiratet, ein Kind, ist Trainer des Vereins. Seine Mannschaft sieht auf dem Papier besser aus, als sie es auf dem Rasen tatsächlich ist. Nun, da es David gegen Goliath heißt und es im Sturm seit Wochen nicht rund läuft, stößt der 17-jährige Darren Quinn aus der eigenen Jugend zur ersten Mannschaft. George ist beeindruckt von Talent und naiver Kaltschnäuzigkeit des Teenagers, den er in Extraschichten auf eine eventuelle Einwechslung am großen Samstag vorbereitet.
Als George Darren bei einem Rückstand von 0:1 eine Viertelstunde vor Schluß aufs Feld schickt und der Junge es ihm mit dem späten Ausgleich dankt, ist George der Mann der Stunde. Alles, sogar die Sensation des Weiterkommens, scheint nun möglich. Daß er am Morgen nach seinem größten Triumph im Mittelpunkt einer ganz anderen Sensation erwacht, ist dem spätnächtlichen Kuß geschuldet, den ihm der Jungstar auf die Lippen gedrückt hat. Und daß dies nicht die Art Kuß war, die unter Männern erlaubt ist, präsentiert der Boulevard in voller Seitengröße. Die Wendung, die Georges Leben nimmt, kann nur als dramatisch bezeichnet werden …
Die Regeln des Spiels sind eindeutig. Wer sich an sie hält, während sowie jenseits der 90 Minuten, kann es weit bringen. Wer dem geschlossenen System dieser Männerwelt, in der Schimpfwörter als Floskeln der Zuneigung gelten, nicht mehr entspricht, fällt entsprechend tief. Was aus echten Kerlen und Männerfreundschaften, aus Schulterklopfen und Teamgeist bei Verdacht auf Homosexualität wird, zeigt Chibnall in seinem dichten und rasant geschriebenen Monolog GAFFER!, einem furiosen theatralischen Tabubruch, der mitten ins Herz einer Welt trifft, in der man das Wort "schwul" nur als Standardbeschimpfung für die Fans des Gegners in den Mund nimmt.

Autor

Chris Chibnall

(Es liegen keine biografischen Angaben zu dieser Autorin/diesem Autor vor. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per E-Mail an den Verlag - wir geben Ihnen gerne Auskunft.)