Neuheiten Bühne

FUROR

von Lutz Hübner und Sarah Nemitz (Koautor)

Ein Auftragswerk für das Schauspiel Frankfurt

1D - 2H - 1Dek.

UA: 2.11.2018, Schauspiel Frankfurt

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Inhalt

Ausgerechnet in der heißen Phase seines Wahlkampfs um das Amt zum OB einer großen deutschen Stadt gerät der Ministerialdirigent Heiko Braubach in einen Verkehrsunfall. Mitten im Bahnhofsviertel fährt er einen jungen Mann so schwer an, dass dieser für immer an den Rollstuhl gefesselt sein wird. Zwar ist Braubach schuldlos - der Junge stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter massivem Drogeneinfluss und war einfach auf die Straße gelaufen -, dennoch beschließt er, wenn auch mit zweieinhalb wöchiger Verspätung, die Mutter des Jungen aufzusuchen, um mit ihr gemeinsam zu überlegen, wie man ihrem Sohn, der noch im Krankenhaus liegt, die richtige Hilfe zukommen lassen kann.

Die Mutter, Nele, von Beruf Altenpflegerin, die jeden Cent zweimal umdrehen muss, reagiert zunächst reserviert auf Braubachs Vorstöße. Mit der Zeit jedoch taut sie merklich auf und wirkt fast dankbar angesichts der ehrlichen Betroffenheit und selbstlos wie großzügig vorgetragenen Hilfsangebote Braubachs. Alles scheint auf ein vernünftiges Ziel hinzulaufen, als mit einem Mal der Cousin des schwerverletzten Junge - Jerome - auftaucht. Dieser sieht die Stunde seines heiligen Zorns gekommen. Da ist sie, die Fratze des machtgierigen, bigotten und nur auf die eigene Karriere bedachten Politikers! - doch nicht mit Jerome. Für ihn ist klar, dass Braubach nur aufgekreuzt ist, um zu vermeiden, dass sich die ganze Geschichte im Wahlkampf gegen ihn wenden könnte. Und so wittert Jerome seine Chance, Braubach zu erpressen. Doch da hat er die Rechnung ohne den abgezockten Politiker gemacht. Ein Schlagabtausch entspinnt sich zwischen den beiden: auf der einen Seite der etablierte, pragmatische Politiker, auf der anderen Seite ein junger Mann voller extremer Positionen, die sich aus Enttäuschung, Wut und Hass speisen.

Lutz Hübner und Sarah Nemitz gehören zu den erfolgreichsten Autor_innen unserer Zeit. In ihrem neuen Stück gehen sie der Frage nach, wie demokratische Werte in unserer Gesellschaft erodieren und was politisches Handeln kompromittiert. Ein Stück, in dem akute gesellschaftliche Phänomene wie Wutbürgertum, Hate-Speech, "Lügenpresse", Fake-News und die Macht des gezückten Smartphones ihren Echoraum finden.