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31.1.2020

Am 16. Januar hat das Theater Basel Lukas Bärfuss' Auftragsstück JULIEN - nach dem Roman "Rot und Schwarz" von Stendhal - uraufgeführt (Regie Nora Schlocker). Das Publikum honorierte den gelungenen Abend mit Bravo-Rufen - lesen Sie hier einige Pressestimmen:

"Am Schluss gab es für das Publikum kein Halten mehr: Frenetischer Applaus für den Autor Lukas Bärfuss", schreibt Dominique Spirgie in der Basler Zeitung, lobt dabei den "berauschenden Bilderreigen" der Inszenierung und führt weiter aus: "Der stimmige Text mit den feingesponnenen und hintersinnigen Pointen, die viel Drive entwickelnde und bis ins Detail stimmige Regie und das vortrefflich agierende Ensemble sorgen (…) für ein kurzweiliges Theatererlebnis erster Güte." 

Auf nachtkritik.de schreibt Mirja Gabathuler, dass Bärfuss mit JULIEN ein "komplexe(s), dichte(s) Stück" gelungen sei. Vieles daran sei "hochaktuell: die vermeintlichen Verlierer, die ihren Raum einfordern, die Besitzstands-Wahrer, die mit der Flexibilität einer jüngeren Generation nicht mithalten können, die Projektionsfiguren, die auf einen Sockel gestellt und mit allerlei Heilsversprechen verbunden werden. Vor allem aber die Starrheit sozialer Klassen, die sich am Ende doch nicht so leicht abschütteln lassen." Auch die bildstarke Inszenierung trage "zum Gelingen dieses Stücks bei."

Martin Halter hebt in der FAZ hervor, Bärfuss habe die Frauenrollen gegenüber der Romanvorlage „durchweg aufgewertet“. Sein aktualisierter Stendhal sei dabei "sprachlich fein ziseliert" und "bildmächtig umgesetzt" – das Theater sei für Bärfuss eben "kein Kulturtempel, sondern Debattenforum".

Andreas Klaeui bilanziert im SRF, dass Bärfuss in seinem JULIEN "Stendhals Realismus treffend und mit Humor auf eine heutige Ebene" geholt habe.