Vita

Frank Günther studierte Anglistik, Germanistik und Theatergeschichte in Mainz und Bochum und war dann als Regisseur an mehreren Theatern tätig, bevor er in den 1970er Jahren das „übersetzerische Mammutprojekt" begann und die Arbeit an der Übersetzung der Shakespeare-Werke zu seiner Hauptbeschäftigung wurde. Günther ist der wohl meist gespielte Übersetzer der Werke William Shakespeares auf deutschen Bühnen - doch auch Ibsen (PEER GYNT), Molière (DER GEIZIGE) oder Ludlam (DAS GEHEIMNIS DER IRMA VEP) sind von ihm ins Deutsch übertragen worden. Auch in dieser Spielzeit ist auf den Bühnen wieder eine große Zahl von Shakespeare-Übertragungen zu sehen, die in gesammelter Form als deutsche Werkausgabe des Dichters bei dtv und in besonders bibliophiler Aufmachung bei ars vivendi erhältlich ist. 

Anerkennung erfuhren seine Übersetzungen nicht nur durch zahlreiche Aufführungen, sondern auch durch die Verleihung des Christoph-Martin-Wieland-Preises 2001 und des Übersetzerpreises der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung 2006. 2007/8 hatte er die August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin inne. Im Jahr 2011 verlieh ihm die deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung. Zur Begründung hieß es: "Das über Jahrzehnte gehaltene Niveau seiner Übertragungen aus den unterschiedlichen Gattungen und Schaffensphasen des Dramatikers ist ebenso bewundernswert wie sein sprachlicher Einfallsreichtum. Günthers Übertragungen sind eine lustvolle Polyphonie der Stile, die sich immer als lebendige Neuentdeckung Shakespeares für unsere Zeit verstehen. Was Günther vor allem auszeichnet, ist die seltene Verbindung von philologischer, theaterpraktischer und kritischer Kompetenz."

Frank Günther lebt im oberschwäbischen Rot. 

ÜBERSETZUNGEN