Vita

„Und dann suche ich wieder die Einsamkeit.
Die Art Einsamkeit, bei der man Angst kriegt vor dem, was von einem übrigbleibt, wenn die Stadt, die Menschen, wenn alle gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Verbindungen und Abhängigkeiten nicht mehr da sind. So wenig und so viel bin ich. Und so wenig und so viel erzähle ich in meiner Musik.“

Dieser Satz von Vaile verrät viel über ihre Musik und darüber hinaus über sie selbst.
Mit ihrem im Sommer 2008 erscheinenden dritten Album bleibt die außergewöhnliche Sängerin mit der „großartigen Stimme“ (WOM JOURNAL) sich selbst treu.
Märchenhaft instrumentierte, leise Momente neben dem krachenden Chaos einer entfesselten Band.
Die Brücke bildet Vailes melancholisches Piano Spiel, dessen durch Verzerrung und Verfremdung gebrochener Klang nichts von seiner Schönheit verliert.

Lars Watermann und Gomez (Eaten by sheiks/ miLu) setzen Maßstäbe an Drums und Bass.
Henning Rümenapp, als Gitarrist der Guano Apes und iO eine Instanz, gibt die krasse Rock- Antipode zu Vailes balladesken Songs.

KEYBOARDS nennt sie die „Erbin von Tori Amos“, DIE WELT einen „schleierhaften, faszinierenden Engel“.
Keine Frage, spätestens nach ihrem gefeierten zweiten Album „red rain“ (2006) ist die 26jährige in der Öffentlichkeit, zu der sie so ein ambivalentes Verhältnis hat, mehr als angekommmen.

Doch wann immer es die Zeit zuläßt, zieht es sie in die Wälder, ganz und gar mit sich allein.
Auf ihrer Website findet man die Fotos ihrer regelmäßigen Rückzüge in die skandinavische Wildnis.
Jedes Jahr, allein mit sich, einem Zelt, zwei Pferden und einem Rucksack voll mit Lebensmitteln und Büchern, verbringt Vaile dort die intensivsten Monate des Jahres.
Dort findet sie zu sich, findet zu dem, was „in der Einsamkeit von einem übrig bleibt.“
Dort schreibt sie die meisten ihrer Songs und seit geraumer Zeit auch ihre Aufzeichnungen über ih Leben in den Wäldern, ein Buch mit dem Titel „frei sein“.

Mittlerweile auch als Schauspielerin eine feste Größe, stand Vaile, die Schauspiel und Musik in New York und Hamburg studierte, seit 2006 in zahlreichen Filmen vor der Kamera.
So z.B. in dem Spielfilm „Mörderische Erpressung“ (ZDF/ ARTE/ Hamburger Filmfest) oder in mehreren TATORT Filmen, für die sie u.a. auch als Sängerin und Co Writerin einen Titelsong beisteuerte.

VAILE, eigentlich ihr Vorname, erinnert an „ Veil “, das englische Wort für Schleier.
Und damit – nomen est omen, nennt sie einen Namen ihr Eigen, der einen tiefen Blick auf sie selbst freigibt und zugleich verschleiert.